Freiwilliges Ökologisches Jahr und Bundesfreiwilligendienst im Wunder Land e.V.

In jedem Jahr zum Beginn des Schuljahres können drei Stellen für FÖJler/innen vergeben werden. Hast Du Interesse uns in Deinem Ökojahr zu unterstützen, dann sende Deine Bewerbung bitte an die “Sächsische Umweltakademie der URANIA e.V.”. Wenn Du unseren „Verein Wunder Land e.V.“ als Einsatzstelle angibst, dann werden wir schnell informiert. Wir haben verschiedene Bereiche in denen du bei uns deinen Freiwilligendienst Leisten kannst. Du kannst dich entscheiden ob du mehr mit Tieren arbeiten möchtest oder in den Bereichen: Töpferei, Wollverarbeitung und Gemüseanbau. Gern kannst Du auch 1 oder 2 Tage zum Probearbeiten zu uns kommen, so gewinnst Du einen schnellen Einblick und lernst gleich viele unserer Mitglieder kennen. Gern beantworten wir Deine entstehenden Fragen! Kontaktiere uns HIER.

Nur durch das tatkräftige Engagement unserer FÖJler/innen und Bundesfreiwilligendienstler/innen ist unser Vereinsleben möglich. Die Grundabläufe unserer Tierhaltung u.v.m. werden werktags von den freiwilligen Mitarbeitern des URANIA e.V. gewährleistet. Unsere liebevoll genannten „Ökos“ haben die Möglichkeit auf unserem Bauernhof in der Schulstraße zu übernachten. Vor dem gemeinsamen Frühstück im Wunder Land werden die Geflügelställe geöffnet und die lustigen Hühner, Enten und Gänse versorgt. Nach derFrühstücksbesprechung beginnt im Winter und Frühjahr die Fütterung unserer Winterstalltiere und danach der Stallputz.

Die Pferde werden bei passendem Wetter auf unsere Winterkoppel geführt, dort bleiben sie meist bis Nachmittag 15 Uhr. In dieser Zeit wird neben dem Stallputz auch die lustige Schafs,- Ziegen, – Lama- und Eselherde versorgt. Zu unterschiedlichen Wochentagen bereiten unsere Ökos den Reituntericht vor und trainieren unsere Reitanfänger. Sie assistieren beim Behindertenreiten und unterstützen unsere Voltigiergruppen beim Training. 

Im Sommer verringert sich die Arbeit im Stall und verlagert sich in unsere schöne Umgebung. Wir bewirtschaften diverse Weideflächen, die größtenteils gepachtet sind. Seit 2014 besitzen wir eigene 5ha große Weidefläche, ganz in der Nähe unseres Stalls und der Reithalle. Unsere Tiere sind hungrig und sollen immer genügend geeignete Futterplätze zur Verfügung haben. 

Folglich werden nach einem ausgeklügeltem System die einzelnen Herden häufig bei Wind und Wetter umgekoppelt. Je nach Situation springen unsere FÖJler/innen auch als Ersatzmuttis- und väter ein. Kleine Lämmer die mit Milch gefüttert werden müssen oder Miniküken unserer Hühner, Enten und Gänse die liebevoll aufgezogen werden.  

Neben all diesen verantwortungsvollen Aufgaben bleibt natürlich auch Zeit für genussvolles Pausieren. Oft verschwimmen die eigentlichen Arbeitszeiten mit der Freizeitgestaltung. Die Arbeit wird zum Hobby, das ist für viele ein schöner und von uns gewünschter Effekt. Kaum hat man das Ökojahr begonnen, dann ist es auch schon wieder vorbei. Manche FÖJler/innen bleiben uns über viele Jahre erhalten und bereichern unseren Verein als neue Mitglieder und andere sind häufig bei unseren Festen oder der alljährlichen Traktour zu Besuch. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung jedes Einzelnen! 

Rettet das Perlhuhn - das Ökoprojekt 2015/2016

VORGESCHICHTE

Im Wunder Land e.V. gab es bis vor kurzem ein Pärchen Perlhühner, genauer gesagt Helmperlhühner. Diese aus Afrika stammende Geflügelart sieht mit ihrem grauen Gefieder nicht nur schön aus, sie geben auch sehr lustige Töne von sich und sind im Übrigen das Lieblingsgeflügel von Steffen, unserem Chef. 

Wie schon zu erahnen, die Zwei gibt es nicht mehr, denn leider wurden alle beide kurz nacheinander vom Fuchs geholt. Was von den beiden übrig blieb waren Federn und Gott sei Dank die Eier, denn die Henne hatte vor kurzem mit dem Legen begonnen. So begann das Projekt zur Rettung der „Perlies“.

Was war zuerst? Das Ei – oder… 

Zunächst wurde versucht die Eier auf natürlichen Weg auszubrüten, denn in der schönen, von Danny, Anni und Daniel neugebauten Kükenaufzuchtstation, saßen bereits zwei brütende Hühner. So wurden die Eier einfach mit untergelegt, was meist ganz gut klappt. Doch die Henne hatte anscheinend doch keine Lust und ging irgendwann einfach von ihren Eiern runter.  Die Eier waren inzwischen schon mehrmals kalt geworden, trotzdem starteten wir einen letzten Versuch. Am Dienstag, dem 10.5. kamen sie gemeinsam mit ein paar Hühnereiern in den vor kurzem mit Wassergeflügel erfolgreich eingeweihten Brutautomaten Campo24. Wir erstellten eine Tabelle zur Kontrolle, mit allen wichtigen Daten rund um Temperatur, Luftfeuchte, Wenden der Eier und Schlupf der Küken.

Nun begann die Zeit des Wartens, in der Regel dauert es bis zum Schlupf der Perlhühner etwa 26 Tage bei 38,3°C, für Hühner etwa 21 Tage. 3 Mal am Tag mussten die Eier jetzt gewendet werden, bis 4 Tage vor dem Schlupf, da die Küken dann ihre Schlüpfposition wählen und anfangen die Schale von innen zu bepicken. Zwischendurch war auch immer schön das Wasser aufzufüllen in den kleinen Rillen des Brutautomats, denn auch das ist wichtig für die Entwicklung des Kükens, da sie immer eine gewisse Luftfeuchte benötigen. So ging das viele Tage, ab und zu durchleuchteten wir noch die Eier um zu sehen welche befruchtet waren und welche nicht. Die Befruchteten versahen wir dann mit einem kleinen Punkt.

Wird es wieder Perlhühner geben? 

Pünktlich, kurz vor Ablauf der 21 Tage konnte man dann schon erstes Picken und Piepen hören, und die Freude wurde noch größer, als auch kleine Risse und Löcher in den Eiern der Hühner zu erkennen waren. Genau am 21. Tag (Montag, der 30.5.) schlüpfte Küken Nummer 1 während eines schlimmen Unwetters, weshalb es von da an immer nur Donnerküken genannt wurde. Die Geschwister des kleinen Donnerkükens kamen auch recht schnell, mit nur einem Tag Verspätung hinterher. Bis zum Schlupf ihrer Artgenossen den Perlhühnern mussten die fünf kleinen Flauschbälle nun in meinem Zimmer verbleiben, in einem großen Nagerkäfig mit Wärmeplatte, wo sie sich drunter kuscheln konnten.

 

Doch die „Perlies“ ließen auf sich warten. Fast zwei Wochen nach eigentlichem Schlupftermin war immer noch nichts zu hören oder zu sehen, sodass wir die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, Projekt Perlhuhn für gescheitert erklärt hatten und ich die Eier mit in den Stall zum Schwein nehmen sollte. 

Der Schreck war groß als ich ein Ei aufschlug und sich der Inhalt, ein voll entwickeltes Küken, bewegte. Also nahm ich die Eier sofort wieder mit und legte sie zurück in den Brutkasten, wo tatsächlich nach weiteren 4 bis 5 Tagen insgesamt 5 Perlhühner das Licht der Welt erblickten. 

Gemeinsam mit den schon etwas älteren Hühnerküken wurden sie nun in meinem Zimmer aufgezogen, anfangs noch mit sogenanntem Kükenstarterfutter, welches deutlich feiner ist und so für die Küken mit ihren winzigen Schnäbeln besser zu picken ist, später mit ganz normalem Hühnerfutter. Als die Küken dann groß genug waren und der Gestank in meinem Zimmer auch einfach  zu schlimm  wurde, ging es für die Kleinen in die im Hühnergarten neu errichtete Kükenaufzuchtstation, wo sie sich auch jetzt noch befinden. Dort haben sie viel Auslauf, ein schönes Häuslein und sind von allen Seiten rundum gut geschützt vor Angreifern wie Raubvögeln, Mardern, Füchsen etc. 

In ein paar Wochen oder Monaten, wenn sie groß genug sind und nicht mehr durch den Maschendraht schlüpfen können, werden sie dann auf ihre erwachsenen Artgenossen treffen und die „Perlies“ werden hoffentlich in ihrer kleinen Herde ein langes zufriedenes Leben im Wunder Land genießen können.

Vielen Lieben Dank nochmal an alle, die sich um Eier und Küken gekümmert haben, während ich nicht da war! Eure Jenny